Kompetenzfelder

4 Grundkompetenzen

Was gibt es für verschiedene Kompetenzen?
Die 4 Kompetenzfelder

Die Wissenschaft ist sich weitestgehend einig darüber, dass es vier Basiskompetenzen bzw. Grundkompetenzen gibt:

  • personale Kompetenz
  • Aktivitäts- und Handlungskompetenz
  • Fach- und Methodenkompetenz
  • sozial-kommunikative Kompetenz

Diesen feststehenden Kompetenzfeldern können zahlreiche Teilkompetenzen zugeordnet werden. Mit dem KODE® KompetenzAtlas haben wir für jede Kategorie 16 Teilkompetenzen bestimmt, so dass der KompetenzAtlas insgesamt 64 relevante und definierte Kompetenzen enthält.

Welche Kompetenzen gibt es?
Die 4 Kompetenzfelder

Personale Kompetenz

Personale Kompetenz ist die Fähigkeit, sich selbst gegenüber klug und kritisch zu sein, produktive Einstellungen, Werthaltungen und Ideale zu entwickeln und danach zu handeln.

Menschen mit hoher personaler Kompetenz werden oft als Leuchtturm oder Fels in der Brandung wahrgenommen. Sie sind nicht opportunistisch, sondern orientieren sich stets an ihren Werten und Idealen und werden deshalb als glaubwürdig wahrgenommen.

Beispiele für personale Kompetenzen:
Loyalität, Einsatzbereitschaft, Delegieren, Lernfähigkeit

Aktivitäts- und Handlungskompetenz

Aktivitäts- und Handlungskompetenz ist die Fähigkeit, alles Wissen und Können, alle Ergebnisse sozialer Kommunikation, alle persönlichen Werte und Ideale auch wirklich willensstark und aktiv handelnd umsetzen zu können.

Menschen mit hoher Aktivitäts- und Handlungskompetenz krempeln die Ärmel hoch und greifen zu. Sie sind kompetitiv, zielorientiert, setzen sich gern an die Spitze von Projekten und übernehmen die Führung.

Beispiele für Aktivitäts- und Handlungskompetenzen:
Entscheidungsfähigkeit, Initiative, Optimismus, ergebnisorientiertes Handeln

Sozial-kommunikative Kompetenz

Sozial-kommunikative Kompetenz ist die Fähigkeit, sich aus eigenem Antrieb mit anderen zusammen- und auseinanderzusetzen sowie kreativ zu kooperieren und zu kommunizieren.

Menschen mit hoher sozial-kommunikativer Kompetenz verstehen andere Menschen und können sich selbst verständlich machen. Sie sind in der Lage Beziehungen aufzubauen und in Gruppen Konsens herzustellen.

Beispiele für sozial-kommunikative Kompetenzen:
Teamfähigkeit, Akquisitionsstärke, Kommunikationsfähigkeit, Gewissenhaftigkeit

Fach- und Methodenkompetenz

Fach- und Methodenkompetenz ist die Fähigkeit, mit fachlichem und methodischem Wissen gut ausgerüstet, schier unlösbare Probleme schöpferisch handelnd zu bewältigen.

Menschen mit hoher Fach- und Methodenkompetenz denken und handeln analytisch und systematisch. Sie sind in der Lage Komplexität zu begreifen und runter zu brechen, Risiken zu identifizieren und Strategien zur Risikoeingrenzung zu entwickeln.

Beispiele für Fach- und Methodenkompetenzen:
Analytische Fähigkeiten, Organisationsfähigkeit, Projektmanagement, Expertise

Kompetenzfelder

Die 4 Kompetenzfelder im Detail

Personale Kompetenz

Personale Kompetenz ist die Fähigkeit, sich selbst gegenüber klug und kritisch zu sein und auf Basis von Werten, Einstellungen und Idealen zu handeln.

Es geht also um die Fähigkeit zur Selbstreflexivität, d. h. sich mit der eigenen Sicht- und Wahrnehmungsweise kritisch auseinander zu setzen, Mut zu haben, Unsicherheiten auszuschalten und ein Gefühl des angemessenen Handelns zu entwickeln. Dazu gehört, Herausforderungen aus mehreren Perspektiven zu betrachten, sowohl aus Sicht der Mehrheiten als auch von Minderheiten, insbesondere auch in Bezug auf verschiedene kulturelle Positionen. Hinzu kommen ethisch-moralische Aspekte, wie Menschenrechte zu achten, soziale Gerechtigkeit zu wahren, gemeinsame Grundregeln einzuhalten und die Rechte der Minderheiten zu respektieren.

Aktivitäts- und Handlungskompetenz

Aktivitäts- und handlungsorientierte Kompetenz ist die Fähigkeit, alles Wissen, die Ergebnisse sozialer Kommunikation sowie Werte und Ideale willensstark und aktiv umsetzen zu können und dabei alle anderen Kompetenzen zu integrieren.

Es geht also um die Fähigkeit, alle Kompetenzbündel bedarfsgerecht zu nutzen, nicht nach festgefahrenen Mustern zu handeln, sondern sich den Herausforderungen und den Rahmenbedingungen proaktiv und zielstrebig anzupassen. Grundlegend ist die Fähigkeit, sich in Aufgaben flexibel, zuversichtlich und mit hoher Durchsetzungskraft einzubringen.

Fach- und Methodenkompetenz

Fach- und Methodenkompetenz ist die Fähigkeit, selbstorganisiert mit dem notwendigen, aktuellen Fach- und Methodenwissen in Verbindung mit dem eigenen Erfahrungswissen auch zunächst kaum lösbare Aufgaben kreativ bewältigen zu können.

Es geht also um die Anwendung bewerteten Wissens. Reine Informationen sowie theoretisches Fach- und Sachwissen reichen nicht aus. Bewertetes Wissen entwickeln Sie immer erst dann, wenn Sie im Rahmen von Herausforderungen Informationen wahrnehmen, bewerten und mit eigenen Erfahrungen in Beziehung setzen. Deshalb umfasst die Fach- und Methodenkompetenz Emotionen und Motivationen, die sich in Ihren Werten niederschlagen. Diese bilden wiederum als Kerne von Kompetenzen – die Ordner Ihres selbstorganisierten Handelns.

Sozial-kommunikative Kompetenz

Sozial-kommunikative Kompetenz ist die Fähigkeit, mit einem feinen Gespür für Meinungen, Bedürfnisse und Gefühle anderer flexibel die Zusammenarbeit zu organisieren, bei Konflikten zu vermitteln und Probleme zu lösen.

Es geht also um die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in Einstellung anderer Menschen einzufühlen, Sensibilität gegenüber Diskriminierungen und Ausgrenzung von Angehörigen anderer kulturellen Gruppen zu entwickeln, mit anderen Personen und Gruppen zu kommunizieren und kollaborativ Lösungen zu entwickeln.

Querschnittskompetenzen

Neben den vier wissenschaftlich fundierten Kompetenzfeldern wird im Alltag häufig von weiteren Kompetenzgruppen, wie zum Beispiel Führungskompetenz, Digitalkompetenz oder Medienkompetenz, gesprochen. Diese versteht KODE® als Querschnittskompetenzen. Das heißt eine Zusammensetzung verschiedener Teilkompetenzen zum Zwecke kompetenten Führungshandels, der Bewältigung der Herausforderungen der Digitalisierung oder dem verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien.


Was gibt es für soziale Kompetenzen?

Soziale Kompetenzen sind die Fähigkeiten, sich aus eigenem Antrieb mit anderen zusammen- und auseinanderzusetzen sowie kreativ zu kooperieren und zu kommunizieren. Weil der Kommunikationsaspekt im sozialen Miteinander so bedeutsam ist, sprechen wir bei KODE® präziser von sozial-kommunikativen Kompetenzen.

Zu den sozial-kommunikativen Kompetenzen gehören:

  • Akquisitionsfähigkeit
  • Anpassungsfähigkeit
  • Beratungsfähigkeit
  • Beziehungsmanagement
  • Dialogfähigkeit
  • Experimentierfähigkeit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Integrationsfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konfliktlösungsfähigkeit
  • Kooperationsfähigkeit
  • Pflichtbewusstsein
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Sprachgewandtheit
  • Teamfähigkeit
  • Verständnisfähigkeit

Die sozialen Kompetenzen gehören zu den gesellschaftlich wichtigsten, weil sie keine reinen Karrierefaktoren sind, sondern das alltägliche Miteinander der Menschen in verschiedenen Situationen beeinflussen und bestimmen. Soziale Kompetenzen sind jene, die sich von allen Kompetenzen am frühesten entwickeln, weil wir schon im Kleinkindalter lernen mit anderen Menschen zu agieren.

Soziale Kompetenzen werden vor allem im Kindergarten und in der Grundschule trainiert. Also dann, wenn Kinder erstmals mit einer größeren Gruppe von Personen mit gleichem aber auch mit abweichendem Alter konfrontiert werden. Personen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften, Absichten und Werten. Genau diese Erfahrungen sind es, die unsere Kompetenzen konsolidieren.

So wie soziale Kompetenzen im Miteinander trainiert werden, wird ihre Ausprägung auch im menschlichen Miteinander offenbart. Sozialkompetenzen äußern sich

  • im Umgang (Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen, Empathie, Respekt, Toleranz, etc.) und
  • in der Zusammenarbeit (Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, etc.) mit anderen sowie
  • in der Führung anderer Menschen (Vorbildfunktion, Motivationsfähigkeit, Überzeugungskraft, Durchsetzungsvermögen, Delegationsfähigkeit, etc.).

Wer sozial kompetent ist, hat häufig einen großen Freundes- und Bekanntenkreis, kann ganz unterschiedlichen Menschen auf Augenhöhe begegnen, eckt seltener an und wirkt verbindlicher. In einer Welt, in der die Halbwertszeit von Wissen immer geringer wird, nimmt die Bedeutung von Sozialkompetenzen stetig zu. Das gilt ganz besonders für Führungskräfte. Ohne Sozialkompetenz keine Führungsfähigkeit. Im Recruiting sind soziale Kompetenzen deshalb mittlerweile ein maßgebliches Einstellungskriterium – unabhängig von der Hierarchieebene im Unternehmen.


Was versteht man unter Methodenkompetenz?

Methodenkompetenz ist die Voraussetzung dafür, dass wir uns Wissen systematisch und nachhaltig aneignen können. Sie umfasst die Fähigkeit, sich Informationen zu beschaffen, zu strukturieren, auszuwerten und zu interpretieren, wiederzuverwerten, darzustellen und zu präsentieren – unabhängig vom jeweiligen Fachgebiet. Die Methodenkompetenz ermöglicht es uns komplexe Aufgaben zu bewältigen und Probleme selbstständig zu lösen. In einer Arbeitswelt des „lebenslangen Lernens“ ist Methodenkompetenz eine Schlüsselkompetenz, um auf dem Arbeitsmarkt langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Methodenkompetenzen sind unter anderem:

  • analytische Fähigkeiten
  • Beurteilungsvermögen
  • Fachübergreifendes Verständnis
  • Folgebewusstsein
  • Konzeptionsstärke
  • Organisationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • Sachlichkeit
  • systematisch-methodisches Vorgehen
  • Wissensorientierung

Was ist didaktische Kompetenz?

Die Didaktik ist die Lehre vom Lehren und Lernen. Während sich Methodenkompetenz eher auf das Aneignen von Wissen bezieht, zielen didaktische Kompetenzen darauf ab Wissen nachhaltig erfolgreich zu vermitteln. Unter didaktischer Kompetenz wird deshalb die Fähigkeit verstanden, Lehrinhalte fachübergreifend, alters- und situationsgemäß zu planen, zu organisieren, aufzubereiten und zu vermitteln. Dabei ist sowohl die Anbindung an bisheriges Können und Wissen als auch der Transfer im Sinne der Anwendungsorientierung zu gewährleisten.

Didaktische Kompetenz wird nicht zuletzt dadurch bewiesen, dass der Lehrende flexibel imstande ist die Balance zwischen den Ansprüchen und Erwartungen jedes einzelnen Lernenden zu wahren. Seine Aufgabe ist es die Entwicklung einer Lernkultur zu fördern und damit zu einem positiven Lernklima beizutragen.

Didaktische Kompetenzen sind unter anderem:

  • Beratungsfähigkeit
  • Expertise
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Lehrfähigkeit
  • Sprachgewandtheit
  • Verständnisfähigkeit

Was ist interkulturelle Kompetenz?

Unter interkultureller Kompetenz versteht man die Fähigkeit, mit Individuen und Gruppen anderer Kulturen im privaten wie im geschäftlichen erfolgreich und angemessen zu interagieren.

Menschen mit interkultureller Kompetenz …

  • … verhalten sich respektvoll gegenüber Menschen aus anderen Kulturkreisen.
  • … besitzen Verständnis und Empathie für andere Kulturen.
  • … sind frei von Vorurteilen gegenüber Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund.
  • … können Bedürfnisse, Erwartungen und Werte ihres ausländischen Gegenübers erkennen und richtig einschätzen.
  • … besitzen die Fähigkeit und Bereitschaft ihr eigenes Verhalten an das ihres ausländischen Gegenübers erfolgreich anzupassen.

Um das Denken, Fühlen, Handeln und Wahrnehmen von Menschen aus einem anderen Kulturkreis verstehen zu können, sind verschiedene Fähigkeiten hilfreich oder sogar unabdingbar:

  • Sprachkenntnisse
  • Kulturwissen
  • Empathie und Sensibilität
  • Aufgeschlossenheit und Neugierde
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Toleranz
  • Anpassungs- und Veränderungsbereitschaft

Insbesondere die kulturelle Kompetenz macht deutlich, dass Kompetenzen zwar nicht mit Wissen gleichzusetzen sind, aber von Wissen im engeren Sinne fundiert werden. Ein kulturwissenschaftliches Studium ist daher eine sehr hilfreiche Qualifikation, macht allein aber noch keine interkulturelle Kompetenz.


Was ist emotionale Kompetenz?

Emotionale Kompetenz ist die Fähigkeit,

  • seine eigene emotionale Befindlichkeit aufmerksam wahrzunehmen und diese verbal und nonverbal ausdrücken zu können (sprachlicher Emotionsausdruck),
  • eigene Gefühle entsprechend den sozialen Anforderungen angemessen regulieren zu können (Emotionsregulation),
  • Mitgefühl für Mitmenschen zum Ausdruck zu bringen (Empathiefähigkeit),
  • befriedigende zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen (Beziehungsfähigkeit) und
  • konstruktiv mit belastenden oder sozial problematischen Gefühlen umzugehen (Resilienz).

Emotionale Kompetenz ist also im Prinzip die Fähigkeit mit den eigenen Emotionen und den Emotionen anderer Personen angemessen umzugehen. Sie basiert auf emotionaler Intelligenz.


Was ist digitale Kompetenz?

Digitale Kompetenz ist die Fähigkeit eines Individuums, eines Teams oder einer ganzen Organisation konstruktiv mit den Herausforderungen der Digitalisierung umzugehen und diese erfolgreich zu bewältigen. Digitale Kompetenz umfasst deutlich mehr als reine Anwendungskenntnisse über Computer und Smartphones. Es handelt sich vielmehr um ein breitgefächertes Portfolio von Verhaltensweisen, Strategien und Identitäten, die in einem bestimmten digitalen Umfeld erforderlich sind.

Für Unternehmen und seine Mitarbeiter ist Digitalkompetenz längst nicht mehr nur dann wichtig, wenn sie sich in digitalen Märkten bewegen. Digitalkompetenz ist zwingende Voraussetzung, um in einer digitalisierten und globalisierten Welt überleben zu können.

Rein wissenschaftlich betrachtet gibt es übrigens gar keine digitalen Kompetenzen. Denn die Kompetenzen, mit denen wir die digitalen Herausforderungen meistern können und müssen, sind keine neuen, sondern längst etablierte Kompetenzen, mit denen schon die Steinzeitmenschen ihr Leben gemeistert haben. Die Grundkompetenzen wie Verständnis, Innovations- und Problemlösungsfähigkeit sind die gleichen.


Was ist Medienkompetenz?

Medienkompetenz ist die Fähigkeit, Medien und ihre Inhalte den eigenen Bedürfnissen und Zielen entsprechend zu nutzen und mit ihnen verantwortungsvoll umgehen zu können.

Der Pädagoge Dieter Baackes hat den Begriff der Medienkompetenz in vier Dimensionen gegliedert:

  • Medienkritik soll analytisch problematische gesellschaftliche Prozesse angemessen erfassen. Jeder Mensch sollte reflexiv in der Lage sein, das analytische Wissen auf sich selbst und sein Handeln anzuwenden. Die ethische Unterdimension der Medienkritik bezeichnet die Fähigkeit, soziale Konsequenzen der Medienentwicklung zu berücksichtigen.
  • Medienkunde umfasst das Wissen über die heutigen Mediensysteme. Die informative Unterdimension der Medienkunde beinhaltet klassische Wissensbestände. Die instrumentell-qualifikatorische Unterdimension meint die Fähigkeit, neue Geräte auch bedienen zu können. Die beiden Aspekte Medienkritik und Medienkunde umfassen die Unterdimension der Vermittlung. Die Unterdimension der Zielorientierung liegt im Handeln der Menschen. Hierbei spielt also die Nutzung von Medien eine wichtige Rolle.
  • Mediennutzung ist doppelt zu verstehen: Medien sollen rezeptiv angewendet werden (Programm-Nutzungskompetenz) und interaktive Angebote genutzt werden.
  • Mediengestaltung umfasst die innovativen Veränderungen und Entwicklungen des Mediensystems und die kreativen ästhetischen Varianten, die über die Grenzen der alltäglichen Kommunikationsroutinen hinausgehen.

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