Werte bilden die Kerne von Kompetenzen

Werte sind Ordner, welche die individuell-psychische und die sozial-kooperativ- kommunikative menschliche Selbstorganisation des Handelns bestimmen oder zumindest stark beeinflussen.

(Prof. Dr. John Erpenbeck, Prof. Dr. Werner Sauter)

Wir handeln fast immer – bewusst oder unbewusst – wertend. Werte, die wir verinnerlicht haben, schließen die Lücke zwischen Wissen und dem Handeln. Ohne Werte können wir nicht kompetent handeln, wäre der Mensch nur ein wissensgesteuerter Automat. Werte bilden die Kerne von Kompetenzen.

 

Organisationen benötigen eine ganzheitliche, systematische Konzeption des Wertemanagements

Sind die Werte einer Organisation optimal mit der Unternehmensstrategie abgestimmt, können sie Energien freisetzen, die notwendig sind, die gemeinsamen, strategischen Ziele zu erreichen. Werte können aber auch ein Hindernis darstellen, wenn sie nicht zur Strategie passen. Im Zuge der Digitalisierung werden Arbeitsprozesse immer mehr selbstorganisiert erfolgen, so dass die Mitarbeiter zunehmend Ordner ihres selbstorganisierten Handelns – Werte – benötigen. Daraus ergeben sich folgende Leitfragen:

  • Welche Werte benötigen die Mitarbeiter, um ihr selbstorganisiertes Handeln ausrichten können?
  • Wie können Werte erfasst und interpretiert werden?
  • Wie kann das Wertemanagement gestaltet werden, um die gezielte Werteentwicklung auf allen Ebenen – Individuen, Teams und Organisationsebene – zu ermöglichen?

Ohne Werte können wir nicht kompetent handeln

Nur interiorisierte Werte sind wirksam

Erst Werte ermöglichen ein Handeln unter Unsicherheit, sie überbrücken oder ersetzen fehlendes Wissen, schließen die Lücke zwischen Wissen einerseits und dem Handeln andererseits. Allerdings wirken Werte nur, wenn ihre Sinnhaftigkeit im eigenen Handeln erlebt und emotional positiv gespeichert wird. Den Vorgang der Umwandlung von Regeln, Werten und Normen in eigene Emotionen und Motivationen bezeichnet man oft als Interiorisation oder Internalisation.

 

Kultur und Werteebenen

Konkretisiert wird die Unternehmens- und Teamkultur letztendlich in den Handlungen, die sich aus den Werten der Mitarbeiter ableiten. Die Kultur zeigt sich sowohl in direkt erfahrbaren Kulturebenen (Artefakte), wie z.B. Strategien, Strukturen Prozessen oder Führung, als auch in der unsichtbaren
Bedeutungsebene (Werte, unbewusste Handlungen).

Im Wertemanagement muss zwischen den individuellen Werten („Human Values“), Teamwerten („Team Values“) und den Organisationswerten („Corporate Values“) unterschieden werden.

 

Werteebenen

Wertemodell

WerteAtlas

Genusswertungen:

Handlungsleitende Ordner, die den Mitarbeiter dazu bringen, Handlungen zu bevorzugen, die ihm – physischen oder geistigen – Genuss verschaffen.

 

Nutzenwertungen:

Handlungsleitende Ordner, die die Mitarbeiter Handlungen bevorzugen lassen, die ihnen Nutzen im weitesten Sinne versprechen.

 

Ethisch-moralische Wertungen:

Handlungsleitende Ordner, die dem einzelnen Mitarbeiter Handlungen nahelegen, die das Wohl vieler oder aller Menschen ohne Ansehen der Person zum Handlungsanliegen machen.

 

Sozial-weltanschauliche Wertungen:

Handlungsleitende Ordner, die Einzelnen oder Gruppen (Unternehmen, Abteilungen, Teams...) zu einem sozial akzeptierten, optimalen oder auch zu einem innovativen Handeln bewegen.

Hebel des Wertemanagements

Die Verinnerlichung (Interiorisation) von Werten ist der Schlüsselprozess jeder Werteaneignung.

Wertemanagement ist eine große Herausforderung für Organisationen, weil nicht die Weitergabe von Wertewissen, also der ausformulierten Regeln, Werte und Normen individuellen und sozialen Handelns, sondern deren Verankerung via Interiorisation in den je eigenen Emotionen und Motivationen möglichst vieler Mitarbeiter erforderlich ist. Bloß gelernte, nicht interiorisierte Werte kann man lehren, abfragen, auswendig lernen und aufsagen. Auf das eigene freie Entscheiden und Handeln haben sie kaum Einfluss.

 

Wertemanagement mit KODE®W

KODE®W ist ein Verfahren, um Werte auf individueller, Team und Organisationsebene transparent zu machen und miteinander mit dem Ziel zu vergleichen, Transparenz der Werte auf allen Ebenen zu ermöglichen.

Das Verfahren ist die Grundlage für ein systematisches Wertemanagement und bietet den Mitarbeitern, Teams und Organisationen direkt umsetzbare Interpretations- und Entwicklungsangebote.