KODE Best Practice Award 2019

Herausragende
Kompetenzmanagement-Projekte gesucht!

KODE® Best Practice Award

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Haben Sie oder Ihr Unternehmen in den letzten drei Jahren ein Best Practice-Beispiel für gelungenes Kompetenzmanagement zur Entwicklung von Schlüsselkompetenzen auf den Weg gebracht? Oder mit einem Praxis-Konzept zur Feststellung und Entwicklung von Schlüsselkompetenzen neue Wege beschritten? Vielleicht haben Sie aber auch ein überzeugendes neues unterstützendes Ausbildungs-, Beratungs- und Trainingskonzept für die Anwendung in Ihrer Branche entwickelt?

 

 

 

Auch in diesem Jahr vergibt KODE GmbH während des KODE® Brush Up wieder den KODE® Best Practice Award und prämiert die Sieger in den einzelnen Kategorien!

Die Gewinner dürfen die Auszeichnung KODE® Best Practice 2019 tragen, erhalten ein Siegel, werden auf der Bestenliste 2019 gelistet und in sämtlichen Veröffentlichungen der KODE GmbH genannt.

 

 

Prämiert werden:
  • Best Practice Beispiele für gelungenes Kompetenzmanagement zur Entwicklung von Schlüsselkompetenzen im Mittelstand
  • Unterstützende Ausbildungs-, Beratungs- und Trainingskonzepte für die Anwendung im Mittelstand
  • Praxis-Konzepte zur Feststellung und Entwicklung von Schlüsselkompetenzen

 

Sonderpreise:
  • Einbindung von KODE® oder KODE®X in die das Geschäftsmodell eines Beratungs-, Coaching- oder Trainings-Unternehmens
  • KODE®- oder KODE®X Außendarstellung und Vermarktung

 

KODE Best Practice Award

Was kann ich gewinnen?

Der 1. Platz wird mit 800,-€ und der 2. Platz mit 400,-€ prämiert.

 

Wann und wo erfolgt die Bekanntgabe der Sieger?

Während dem jährlich stattfindenden KODE® Brush Up werden die Gewinner des KODE® Best Practice Awards bekanntgegeben und prämiert.

Merken Sie sich jetzt den Termin der Preisverleihung vor!

 

Mehr im KODE® Blog

 

 KODE® Brush Up 2018 Review > Weiterlesen

Vorsitzender Juror des KODE® Best Practice Awards,
Prof. Dr. Lothar Schäffner, im Gespräch > Weiterlesen

Gewinner des KODE® Best Practice Awards 2018,
Prof. Dr. Thomas Apitzsch, im Gespräch > Weiterlesen

KODE® Brush Up 2019

KODE® Brush Up 2019

Jetzt Tickets sichern für die bundesweit wichtigste Veranstaltung zum Werte- und Kompetenzmanagement

 

Das flächendeckend größte Experten-Netzwerk zum Thema Werte- und Kompetenzmanagement trifft sich auch in diesem Jahr wieder beim KODE® Brush Up. Das erstmals in Berlin stattfindende Event gibt passend zum diesjährigen Motto – "Lernen der Zukunft" – wertvolle Impulse und thematisiert zukunftsweisende Visionen. Die Teilnehmer aus Wirtschaft und Wissenschaft erwarten lehrreiche Experten-Werkstätten, wertvolle Best Practices und viel Raum zum Austausch und Netzwerken.

 

Nachdem wir den KODE® Brush Up lange Zeit im Süden Deutschlands veranstaltet haben, zieht es uns in diesem Jahr in die Bundeshauptstadt, wo KODE® erst kürzlich eine Repräsentanz am Pariser Platz eröffnet hat. Erstmals findet die deutschlandweit wohl wichtigste Veranstaltung zum Werte- und Kompetenzmanagement am 17. und 18. Oktober 2019 in Berlin statt. Die Design Offices am Berliner Humboldthafen, die uns als zentrale Location in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof dienen, sind so brandneu, dass sie erst wenige Wochen vor dem Brush Up eröffnet werden.

 

Abendliches Get-together samt feierlicher Preisverleihung

 

In den stilvollen Räumlichkeiten beginnen wir am Donnerstagabend mit einem entspannten Get-together, in dessen Rahmen wir die feierliche Verleihung des KODE® Best Practice Awards vornehmen. Bei kühlen Getränken und feinen Köstlichkeiten haben Sie nicht nur die Gelegenheit zum Networking, sondern erfahren zudem die Neuigkeiten aus dem Hause KODE® aus erster Hand. So möchten wir Ihnen an diesem Abend beispielsweise das neue KODE® W als Grundlage für ein systematisches Wertemanagement vorstellen.

 

 

 

Lehrreiche Experten-Werkstätten mit Vordenkern

 

Der Freitag steht nach einer inspirierenden Keynote als Auftakt ganz im Zeichen der KODE® Experten-Werkstätten, die wie gewohnt von Vordenkern im Bereich der Werte-, Kompetenz-, Personal- und Organisationsentwicklung geleitet werden. Sie haben die freie Wahl zwischen vier verschiedenen Werkstätten und sind dazu eingeladen sich aktiv einzubringen:

 

System W – Sinnorientiertes Management

Lernen und Arbeiten findet heute auf dem Niveau eines vernetzten Planeten statt. Entwickeln Sie in einem kollaborativen Prozess mit anderen Teilgebern und unseren Experten Ihre eigene Konzeptionsskizze zur Ermöglichung eines sinnorientierten Managements.

Leitung: Günther Reifer, Terra Institute GmbH

 

Position Finder:
Werte- und Kompetenzmanagement

Erfahren Sie im praxisbezogenen Austausch mit anderen Teilgebern und unseren Experten, wie Sie Werte und Kompetenzen auf allen Ebenen – Mitarbeiter, Teams und Organisation – professionell erheben und bewerten können, um darauf aufbauend Ihr betriebliches Werte- und Kompetenzmanagement initiieren, konzipieren, gestalten und erfolgreich implementieren zu können.

Leitung: Stephan Coester, KODE® GmbH

 

Personal Learning Journey:
Agile Werte- und Kompetenzentwicklung

Erfahren Sie im praxisbezogenen Austausch mit anderen Teilgebern und unseren Experten, wie Sie Ihre eigene Konzeption des Corporate Learning für die Herausforderungen in der Zukunft, die wir heute noch nicht kennen und die wir mit Methoden und Tools bewältigen werden, die noch nicht entwickelt sind, initiieren, konzipieren, mit wirtschaftlichen und professionellen Lösungen gestalten und erfolgreich implementieren können.

Leitung: Prof. Dr. Werner Sauter, KODE® GmbH & Blended Solutions GmbH

 

Impulse und Erfahrungen:
Best Practices

Profitieren Sie von den Konzeptionen und Erfahrungen vorbildlicher Organisationen sowie unserer Partner und reflektieren Sie gemeinsam mit anderen Teilgebern und unseren Experten über die Möglichkeiten, diese Ideen, Konzepte und Erfahrungen auf Ihre eigene Organisation zu übertragen.

Richtungsweisende Erfahrungsberichte aus der Praxis des neuen Lernens von WeQ-Entrepreneuren

 

 

 

WeQ Dialog im Allianz Forum

 

Darüber hinaus findet am Donnerstag tagsüber erstmalig der WeQ Dialog statt. Als Gründungsmitglieder der WeQ Allicance sind wir in diese Veranstaltung stark involviert. Gern möchten wir Ihnen die Gelegenheit geben, auch an diesem Event teilzunehmen und Ihre persönliche Lernreise zum Corporate Learning der Zukunft im kollaborativen Austausch mit Kollegen, Experten und Visionären zu gestalten. Deshalb bieten wir ein vergünstigtes Kombi-Ticket an, das sowohl die Teilnahme am gesamten KODE® Brush Up als auch am WeQ Dialog im Allianz Forum am Pariser Platz ermöglicht.

Neben unseren über 1.300 lizenzierten Beratern sind selbstverständlich auch alle anderen Interessenten herzlich eingeladen, sich in familiärer Atmosphäre auf einem fachlich hohen Niveau auszutauschen, zu vernetzen und weiterzubilden. Die Tickets für den Brush Up können Sie ab sofort hier erwerben.

KODE®W

KODE®W – ein neuartiges
Erfassungsinstrument für das
Werte- und Kompetenzmanagement

KODE®W

Ein neuartiges
Erfassungsinstrument für das
Werte- und Kompetenzmanagement

Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit ist KODE®W nun einsatzbereit. Dieses innovative Erfassungsinstrument wurde von unserem Entwicklungsteam mit Prof. Dr. John Erpenbeck, Roman Sauter und Prof. Dr. Werner Sauter als integrierter Teil der KODE® Erfassungssysteme konzipiert und umgesetzt. Die Programmierung erfolgte durch Stefan Ortmann, der auch die Kompetenzerfassungssysteme KODE® und KODE®X realisiert hat.

Angesichts unzähliger Persönlichkeitstests und Kompetenzmessverfahren stellt sich die Frage, warum dieses neuartige Erfassungsinstrument benötigt wird. Die Antwort darauf finden wir in der Kompetenzforschung.

 

Werte sind die Kerne von Kompetenzen

Die Erkenntnis „Werte sind die Kerne von Kompetenzen“ bildet das Zentrum unserer Argumentation.[1] Wir können noch so viel Informationen und Sachwissen anhäufen, noch so viele Erfahrungen sammeln, für unser Handeln sind letztlich immer verinnerlichte Werte der persönlichen, menschlichen, sozialen oder kulturellen Situation entscheidend, in der wir handeln.

Werte spielen eine so große, eine so schnell zunehmende Rolle im Zuge der digitalen Transformation, dass wir nicht zögern, von dem Megatrend Wertegesellschaft zu sprechen. Die wichtigste Begründung sehen wir in der emotionalen „Imprägnierung“ des Wissens. Werte selbst werden handelnd erprobt (es ist gut, dass wir so handeln), manchmal auch zu Regeln (das machen wir so) oder zu Normen verdichtet (das wird so gemacht, basta, und wenn nicht ...). Werte werden aber nur wirksam, wenn sie zu eigenen Emotionen und Motivationen verinnerlicht, „interiorisiert“ oder „internalisiert“ werden. Erfolgreiches Handeln setzt entsprechend interiorisierte Werte voraus. Werte „überbrücken“ fehlendes Sachwissen, und machen damit ein Handeln, und damit Kompetenzen, überhaupt erst möglich.

 

Kompetenzen beruhen nicht auf Informationen und Sachwissen

Jeder Versuch, Kompetenzen auf Informationen und Sachwissen zu reduzieren ist verfehlt. Der CEO des größten Handelskonzerns der Welt ‚Alibaba‘ wurde auf dem Weltwirtschaftsforum 2018 in Davos gefragt, wie er – als ausgebildeter Englischlehrer – zum Thema Bildung steht. Ma antwortete überraschend direkt:

Ändern wir nicht wie wir unterrichten, dann haben wir in 30 Jahren große Probleme... Wir können Kindern nicht beibringen, mit Maschinen zu konkurrieren. Das bisherige Bildungssystem basiert darauf, das Wissen der vergangenen 200 Jahre zu vermitteln. Für die Zukunft gleicht das aber einer Bankrotterklärung. Kinder sollen etwas lernen, was Maschinen niemals können und was sie von diesen unterscheidet - auch in Zukunft. Beispielsweise Werte, Überzeugungen, unabhängiges Denken, Teamwork, Mitgefühl – Dinge die nicht durch reines Wissen vermittelt werden. Alles was wir lehren muss unterschiedlich von Maschinen sein. Wenn es Maschinen besser können, müssen wir darüber kritisch nachdenken.“ [2]

Jack Ma benennt damit nicht nur direkt Werte. Auch Überzeugungen, die hoch zu bewertende Unabhängigkeit des Denkens, das wertewichtige Teamwork, das Mitgefühl als eine emotionale Wertekomponente sind unmittelbar wertebezogen. Folgt man dem, sind die Folgerungen unumgänglich.

 

Kompetenzentwicklung beinhaltet zwangsläufig Werteentwicklung

Definiert man Kompetenzen als Fähigkeiten, kreativ und selbstorganisiert zu handeln, lässt sich auf eine ganze Reihe gut ausgearbeiteter und valider Messverfahren verweisen. John Erpenbeck und Volker Heyse haben ein breit bewährtes Verfahrenssystem, das KODE®-KODE®X-System, dazu beigetragen. Werte sind einer Messung noch schwerer zugänglich. Wir haben lange gebraucht, ein solches Verfahren für unsere Zwecke zu entwickeln, und auch international liegen vergleichsweise wenige Methoden vor.[3]

Im Zuge der digitalen Transformation arbeiten die Mitarbeiter immer mehr selbstorganisiert und treffen eigenverantwortlich Entscheidungen. Dabei werden sie mit einer hohen Komplexität und ständig mit neuen, unvorhersehbaren Entwicklungen konfrontiert. Dafür benötigen sie Orientierungen durch Werte, die als Ordner ihres Handelns diese Selbstorganisation erst möglich machen. Deshalb kommt den Werten und dem Wertemanagement in Verbindung mit einem gezielten Kompetenzmanagement eine immer größere Bedeutung zu.

 

Werte sind Ordner, welche die Selbstorganisation des menschlichen Handelns bestimmen oder zumindest stark beeinflussen

Die künftige Arbeitswelt wird deshalb eine Kompetenzwelt sein, in der Werte als Handlungsanker für selbstorganisierte Prozesse mit digitalisierten Systemen dienen. Investoren treffen ihre Anlageentscheidungen zunehmend nicht nur nach dem wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens, sondern achten auch auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Sie erwarten unternehmerisches Handeln im Einklang mit Gesetzen, Richtlinien, Kodizes (Compliance) und Satzungen, also mit dem sozial-weltanschaulichen Wert Norm und Gesetz, aber insbesondere auch mit ethisch-moralischen Werten, wie Verantwortung und Respekt gegenüber Mitarbeitern und Gesellschaft, einschließlich Umwelt- und Klimaschutz, also Nachhaltigkeit. Die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken Union Investment kündigte beispielsweise an, mittelfristig fast das gesamte verwaltete Vermögen nachhaltig anzulegen. Das liechtensteinische Technologieunternehmen Hilti initiiert alle zwei Jahre einen unternehmensweiten Prozess zur Beschäftigung aller Mitarbeiter mit den Werten der Unternehmung. Dass sich dies lohnt, zeigt die Eigenkapitalrendite von Hilti mit 20 %![4]

Eine global angelegte Studie der Strategieberatung Capgemini Consulting[5] hat beispielsweise ergeben, dass 62 % der Teilnehmer einer weltweit durchgeführten Umfrage die etablierte Unternehmenskultur als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer digitalen Organisation sehen. In Deutschland liege der Wert mit 72 % sogar leicht darüber. Ein wesentlicher Grund dafür liegt darin, dass die Digitalisierung und die damit einhergehenden Arbeitsmethoden immer höhere Anforderungen an die Fähigkeiten zum selbstorganisierten Handeln der Mitarbeiter stellen. Da die Mehrheit der Mitarbeiter jedoch in Arbeits- und Lernsystemen sozialisiert wurde, die durch Fremdsteuerung geprägt waren, und ihnen oftmals die notwendige Orientierung für bedarfsgerechtes, eigenständiges Handeln fehlt, fällt es ihnen schwer, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

 

Roman Sauter

 

Die Organisationskultur bildet den handlungsprägenden Rahmen des Wertemanagements

Die Bedeutung der Wertemessung nimmt zu. Dafür sind folgende Gründe maßgeblich: Die Wertemessung

  • erweitert die Möglichkeiten, über organisationale, teambezogene und individuelle Werte nachzudenken und zu sprechen,
  • ermöglicht das Finden einer gemeinsamen Sprache für die Formulierung von Mitarbeiter-, Team- und Unternehmenszielen,
  • zeigt die enge Vernetzung mit Kompetenzen, mit dem Handeln von Einzelnen, Teams und sozialen Strukturen in der Organisation,
  • ermöglicht bisher nicht mögliche Einschätzungen: Welche Organisationswerte erweisen sich als besonders wirkungsvoll und letztlich ertragreich? Welche Werteausstattungen sind für bestimmte Teams günstig, und wann durchkreuzen andere angestrebte Erfolge? Welche Werte machen Menschen erfolgreich und zufrieden, welche lassen sie in Widerspruch zu anderen oder zu den Verhältnissen geraten, fördern oder verhindern die Entstehung notwendiger Kompetenzen?
  • lässt Rückschlüsse von Handlungen auf die Wertetreiber zu.

 

Ein Wertemanagement benötigt eine Werteerfassung

Die Mitarbeiter und Teams leben in ihrer Organisationskultur, reflektieren sie aber oftmals nicht. Konkretisiert wird die Organisations-, Team- und Lernkultur letztendlich in den Handlungen, die sich aus den Werten der Mitarbeiter ableiten. Dies bedeutet für Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften wollen, dass sie ihr Wertemanagement auf allen Ebenen – individuell, teambezogen und organisational –gezielt gestalten.

Was man nicht messen kann, kann man nicht managen

Dieses berühmte Zitat von Peter Drucker[6] bringt es auf den Punkt. Gezieltes Wertemanagement ist nur möglich, wenn ein geeignetes Erfassungssystem für Werte auf der Ebene der Mitarbeiter, der Teams und der gesamten Organisation zur Verfügung steht. KODE®W wird diesem Anspruch gerecht.

 


[1] Vgl. Erpenbeck & Sauter (2019), Fischer (2019)

[2] Ma (2018)

[3] Vgl. Erpenbeck, Sauter (2018)  S. 54-73

[4] vgl. Schoppen W (2019)

[5] Cap Gemini (2019)

[6] wirtschaftszitate.de

 

 

 

 

Herr Prof. Dr. Werner Sauter ist wissenschaftlicher Berater und Senior Consultant der KODE GmbH. Er entwickelt mit Organisationen und Bildungsanbieter innovative Lernlösungen mit dem Ziel der selbstorganisierten Werte- und Kompetenzentwicklung auf Basis der Ermöglichungsdidaktik. Er gestaltet und begleitet Kompetenzentwicklungsmaßnahmen für Learning Professionals und Führungskräfte in einem Social Blended Learning Arrangement. Gemeinsam mit Prof. Dr. John Erpenbeck hat er eine Vielzahl von Fachbüchern zur Werte- und Kompetenzentwicklung veröffentlicht. Auf unserem KODE® Blog veröffentlicht er in regelmäßigen Abständen Beiträge zu den Themen Corporate Learning sowie Werte- und Kompetenzentwicklung.

KODE® im Gespräch:
Prof. Dr. John Erpenbeck über
die Bedeutung von Werten
und die Sinnlosigkeit von Vorlesungen

KODE® im Gespräch:

Prof. Dr. John Erpenbeck über die Bedeutung von Werten und die Sinnlosigkeit von Vorlesungen

Als Physiker, Philosoph und Schriftsteller ist Prof. Dr. John Erpenbeck ein wissenschaftliches Multitalent. Unter anderem auf Basis seiner jahrelangen theoretischen und empirischen Arbeit wurden die Verfahren KODE®, KODE® X und KODE® W entwickelt. Im Interview spricht Erpenbeck unter anderem darüber, was Werte sind, wie sie sich manifestieren und welche Bedeutung sie für Unternehmen haben. Außerdem verrät der noch lehrende Universitätsprofessor, warum er Vorlesungen für sinnlos hält.

 

Herr Prof. Dr. Erpenbeck, Sie haben sich intensiv mit dem Thema Werte und Wertemanagement auseinandergesetzt. Was sind Werte eigentlich und wofür sind sie gut? Und warum sind Werte für Kompetenzen so entscheidend?

Unsere Definition lautet: Werte sind Ordner von Selbstorganisation. Das heißt, eine Gesellschaft, ein Team, ein Unternehmen braucht Ordnungsprinzipien, nach denen es handelt. Und dieses Handeln wird eben durch Werte und natürlich durch Normen und Regeln, die daraus abgeleitet werden, bestimmt.

Werte haben einen großen Vorteil. Das kann man sich sehr leicht überlegen. Wenn Sie im Unternehmen innerhalb einer offenen Situation eine Entscheidung treffen müssen, in der sie einfach nicht alle Informationen haben und auch nicht alle Informationen bekommen, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Die eine ist eine Münze zu werfen und zufallsmäßig zu handeln. Die andere ist, dass Sie Ihre Wertvorstellungen, die Sie aus vielen früheren Erfahrungen und Überlegungen gewonnen haben, einsetzen.

Werte überbrücken sozusagen Ihr Nicht-Wissen und ermöglichen Ihnen Entscheidungen zu treffen und zu handeln. Deshalb sind Werte unersetzlich und deshalb sind Werte Kerne von Kompetenzen. Denn Kompetenzen als kreative und selbstorganisierte Handlungsfähigkeiten sind mehr als nur das Handeln selbst. Sie sind eben eine Handlungsfähigkeit, die in solchen offenen Situationen entscheidend ist. Genau dazu braucht man die Werte. Deshalb sagen wir immer: Werte sind Kerne von Kompetenzen.

 

Sie haben gerade gesagt, Erfahrungen sind wichtig für Werte. Erfahrungen sammelt man im Laufe seines Lebens. Somit müssten sich ja auch die individuellen Werte regelmäßig verändern?

Ja, Werte verändern sich ständig – vom Baby an. Sie verändern sich weniger durch Belehrung, als vielmehr durch Erfahrung, Erleben und durch alles, was emotional interiorisiert wurde. Werte werden mit Emotionen abgespeichert. Erst dann werden sie wirklich wirksam. Bloß gelernte Werte sind sinnlos. Jeder Mensch kann natürlich einen Wertekatalog oder sogar Details von Wertekatalogen, wie zum Beispiel Unternehmenskulturwerte, auswendig lernen. Das heißt aber nicht, dass diese Werte in irgendeiner Weise mit seinem Handeln in Zusammenhang stehen.

 

 

 

Wie werden Werte gemessen und wie lassen sie sich entwickeln? Welche Vorteile haben Unternehmen davon, wenn sie Wertemanagement betreiben?

Weil Werte so bedeutsam sind, ist es wichtig, dass Unternehmen, die von ihren Mitarbeitern bestimmte Werte verlangen, auch Wertemanagement betreiben. Sie müssen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, zum einen ihre Werte und zum anderen ihre Kompetenzen zu trainieren.

Unser drittes Buch "Wertungen, Werte" ist ein Handbuch für gezielte Werteentwicklung von Persönlichkeiten. Der Kern dieses Buches ist, das Werte nur in emotional labilisierenden Situationen gelernt werden können. Das heißt, wir brauchen Situationen, in denen ein Mensch so labilisiert wird, dass er nicht nur Werte für sich entdeckt, sondern sie auch in Anwendung bringt und dadurch dann emotional verinnerlicht.

Das geht natürlich immer oder am besten, wenn diese emotionale Labilisierung relativ hoch ist. Es geht also überhaupt nicht durch Frontalunterricht. Weder in der Universität noch in der Schule. Es geht ein bisschen durch manche Arten von Training. Aber leider eben auch nicht durch alle Arten von Trainings. Wenn das Training nicht emotional labilisiert, die Leute nicht emotional mitnimmt, ist es in Bezug auf die Werte- und Kompetenzentwicklung relativ trübe.

Ganz eindeutig hingegen werden Werte gefördert durch Coaching und Mentoring. Da wird nicht Wissen vermittelt, sondern da werden Haltung und Wertorientierung vermittelt. Und natürlich ganz besonders in der Praxis selbst. Nehmen Sie eine Problemsituation in der Praxis, die hochemotional ist und einen Mitarbeiter verunsichert, labilisiert. Wenn dieser Mitarbeiter das Probleme gelöst hat, verinnerlicht er natürlich innerlich tief die Haltung und die Werte, die zu dieser Lösung geführt haben.

 

Sie haben es gerade schon gesagt: Werte vermittelt man nicht mit Frontalunterricht an der Hochschule. In einer der Sessions auf dem letzten KODE® Brush Up haben Sie es noch drastischer ausgedrückt: "Vorlesungen sind völlig sinnlos."

Ja, das ist vielleicht ein bisschen zugespitzt, aber richtig. Man muss sich einfach klarmachen, dass das Prinzip der Vorlesung sinnlos ist. Vorne redet jemand und die Idee ist, dass die Leute das sozusagen wie Wissen aufnehmen und sofort abspeichern. In Wirklichkeit ist es so, dass eine Vorlesung bestenfalls eine Ermöglichung darstellt. Nämlich indem die Leute sich hinterher aus dem, was sie aufgeschrieben und nachgelesen haben, ihr eigenes Wissen aufbauen. Aber das ist und bleibt eine sehr uneffektive Methode, weil sie nicht wirklich funktioniert. Erst die Arbeit nach der Vorlesung bringt den eigentlichen Effekt.

Insofern halte ich die Vorlesung als Lernformat für weitgehend sinnlos. Die einzige Berechtigung für sie ist übrigens historisch bedingt und geht auf die Zeit um 1500 zurück, als es zu wenige Bücher gab und die Professoren ihre Bücher vorgelesen haben. Später wurde das eine ziemlich sinnlose Angelegenheit und hat sich bis heute gehalten. Mit den Möglichkeiten die der Buchdruck, das Internet und andere Medien heute bieten, ist die Vorlesung mittlerweile sehr, sehr fragwürdig geworden.

 

Hörsaal

 

Wie müsste man die akademische Bildung, bei der Vorlesungen nach wie vor vorherrschend sind, dann verändern?

Die Universität, bei der ich selber tätig bin, die School of International Business and Entrepreneurship (SIBE), ist eine duale Universität, wo die Studierenden primär in Arbeitsverhältnissen stecken, die von der Universität freilich vermittelt werden. Und diese Arbeitsverhältnisse, die entwickeln Kompetenzen en masse. Weil die Studierenden dort in reale Entscheidungs- und Entwicklungssituationen eingebunden sind. Das heißt, sie erleben zum Beispiel das Projektmanagement in der Praxis, mit all seinen Schwierigkeiten. Dazu gehört auch, dass ein Projekt mal schiefläuft, das es klemmt und Schwierigkeiten macht. Die Lösung ist also, die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen.

 

Worauf basiert das Wertemessverfahren, das Sie zusammen mit Prof. Dr. Sauter entwickelt haben?

Es basiert grundsätzlich erst einmal auf dem Ansatz, dass Werte Ordner von Selbstorganisation sind. Davon ausgehend haben wir uns überlegt, was für Grundordner es gibt. Wir sind auf vier Basiswerte oder Basiscluster gekommen. Nämlich Genusswerte, Nutzenwerte, ethisch-moralische Werte und sozial-weltanschauliche Werte.

Anschließend haben wir uns zu diesen Werten überlegt, welche thematischen Begriffe und Bereiche wir denen einigermaßen vollständig zuordnen können. Wir nennen sie Domänen. Aus dieser Gesamtkonstruktion entstand dann ein relativ einfacher, relativ schnell zu bewerkstelligender Fragebogen, der natürlich auch elektronisch umgesetzt ist. Er gibt einen ersten Einblick in die Wertestruktur einer Person.

Unsere gemeinsame Meinung ist, dass man von Wertemessung nicht direkt auf Kompetenzen schließen kann. Menschen können tolle Werte haben, sind aber völlig handlungsunfähig. Wenn Sie jedoch Handlungsfähigkeiten, also Kompetenzen haben, können Sie umgekehrt darauf schließen, welche Werte denn dahinter liegen. Und das können sehr unterschiedliche Werte sein – bei gleichen Handlungsfähigkeiten.

Wenn Sie zum Beispiel eine hohe Sozialkompetenz haben, dann kann das daran liegen, dass Sie sich in einer Gruppe von Menschen einfach wohlfühlen. Es kann daran liegen, dass Sie sich Nutzen von Menschen versprechen. Es kann daran liegen, dass Sie ein guter Mensch sind und anderen helfen wollen. Und es kann daran liegen, dass Sie sozial-weltanschaulich der Meinung sind, dass man anderen helfen muss, soziale Strukturen und Ordnung aufbauen muss. Alles vier kann der Hintergrund einer hohen Sozialkompetenz sein.

Insofern ist es außerordentlich wichtig, wenn man tiefer verstehen will, welche Kompetenzen Menschen haben, den Wertehintergrund zu beleuchten. Und das kann man mit unserem Verfahren recht gut. Deswegen gehen unsere beiden Verfahren – KODE® und KODE® W – auch recht gut zusammen.

 

Wenn wir von den zukünftigen Herausforderungen der sich wandelnden Arbeitswelt sprechen, müssen wir auch über Arbeitsplatzverlust reden. Fakt ist, dass es viele Berufe so, wie wir sie heute kennen, in Zukunft nicht mehr geben wird. Dazu gehören nicht nur die gering qualifizierten oder schlecht bezahlten, sondern alle, die theoretisch von Algorithmen übernommen werden können. Viele Menschen werden sich beruflich umorientieren müssen. Welche Rolle spielen dabei Werte und Kompetenzen?

Nehmen Sie einfach mal jemanden, der in einer Bank arbeitet. Der Hauptpunkt ist, dass große Teile des Bankgeschäfts digitalisiert werden können und werden. Diese Teile fallen quasi als Arbeitsmöglichkeit weg. Was nicht wegfällt ist, dass immer grundlegende Entscheidungen gefällt werden müssen. Es muss also im Bankgeschäft und auch in den anderen Branchen, in denen Arbeitsplätze bedroht sind, immer Menschen geben, die kompetent sind. Und kompetent sind die Menschen, die Entscheidungen in unsicheren, offenen, disruptiven Situationen treffen können. Aber das sind bei Weitem nicht alle.

Disruption heißt, offene Situationen. Also Situation, die sozusagen von bisherigen Entwicklungen abweichen. Ganz neue Entwicklungen, deren Verlauf nicht klar ist. Disruptionen sind offene Situationen und deshalb sind eben Werte in diesen disruptiven Situationen, von denen wir immer mehr haben, besonders wichtig.

Je mehr eine Arbeit routinemäßig ist, desto eher wird sie abgelöst von Digitalisierungsprozessen. Insofern bin ich nicht der Meinung, dass der Mensch ausgebootet wird, sondern er hat andere, wenn man so will humanere Funktionen, als er sie bisher hatte. Es kommt nämlich auf ihn persönlich, auf seine Werte und Kompetenzen an.

 

Wie empfanden Sie das Barcamp-Konzept, das elementarer Bestandteil des letzten KODE® Brush Ups war? War es Ihr erstes Barcamp und was konnten Sie aus den Sessions für Ihre Arbeit mitnehmen?

Es war nicht mein erstes Barcamp, aber das erste auf diese Weise. Für mich war es einerseits eine Bestätigung von vielen Dingen, die wir uns in anderen Anwendungsbereichen und anderen Zusammenhängen überlegt haben. Und ein paar wertvolle Gedanken habe ich aus den Sessions natürlich auch für mich mitgenommen. Das Spannende ist ja, dass die Leute, die dabei waren, alles Leute sind, die aus der Praxis kommen. Die in der Praxis mit Kompetenzentwicklung und übrigens auch mit Wertemanagement arbeiten. Das wurde immer wieder deutlich. Insofern war das Barcamp sehr anregend für mich.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Dieses Interview führte Matthias Koprek für KODE®.

Spielerische Selbstreflexion
und Kompetenzentwicklung
mit dem KODE® Spiel

Spielerische Selbstreflexion und Kompetenzentwicklung

mit dem KODE® Spiel

KODE® ist das einzige Verfahren, welches die vier Basiskompetenzen direkt messen kann. Damit liefert es eine wichtige Grundlage für die Selbstreflexion, die wiederum Voraussetzung der Kompetenzentwicklung ist. Selbstreflektierte Menschen sind in der Lage, das eigene Verhalten bewusst wahrzunehmen, zu analysieren und notwendige Verhaltensänderungen vorzunehmen. Wer seine Stärken, Schwächen, Neigungen und Besonderheiten kennt, hat gute Voraussetzungen, um Erfüllung im (Berufs-)Leben zu finden. Trotzdem scheuen sich einige Menschen davor, Tests auszufüllen oder haben Ängste vor dem Ausgang einer „Bewertung“. Hier bietet das KODE® Spiel eine Möglichkeit, diese Ängste zu überwinden und sich spielerisch auf eine Selbstreflexion einzulassen. Im letzten Wintersemester haben meine Studenten im Fach Bewerbungstraining das KODE® Spiel genutzt, um ihre Vorstellungen und beruflichen Wünsche besser zu verstehen und so gezielter die eigene berufliche Laufbahn bewusst gestalten zu können.

Sich an einen Spieltisch zu setzen und die Karten in die Hand zu nehmen, hat alle sofort in den Spielemodus versetzt. Gelächter kam auf, es wurde sich entspannt zurückgelehnt, oder versucht „eine Runde Skat zu kloppen“. Dann gab es die erste Spielanweisung. Karten wurden sortiert, über Kompetenzbeschreibungen diskutiert und passende Karten für sich gefunden oder als eher weniger passend abgelehnt. Das fiel allen noch sehr leicht und alle waren mit den meisten Karten auf der Hand und deren Kompetenzbeschreibungen für sich zufrieden.

 

 

In einer zweiten Runde ging es darum, die Karten so untereinander zu tauschen, sodass jeder das für sich passende Blatt auf der Hand hat. Eine Kompetenzbörse war angeschoben. Zunächst noch verhaltend diskutiert, wurden erste Handelsbeziehungen zunehmend heftiger. Die Gruppe hatte die Aufgabe allein zu lösen und erreichte am Ende eine Einigkeit. Das war nicht einfach, jedoch war am Ende jeder überzeugt, die für diese Gruppe beste Verteilung gefunden zu haben.

Was war passiert? Hatte jeder zu Beginn seine passenden Verhaltensweisen ausgewählt, waren die Emotionen noch sehr gering. Im Tausch, und damit in der Auseinandersetzung, wer welche Beschreibung eher verdient hatte, erschien allen eine bestimmte Karte wie ein „Schwarzer Peter“. Keiner wollte sie haben. Jetzt ging die Diskussion los. Jeder versuchte zu beschreiben, warum gerade diese Karte zu jemand anderem am besten passt. Ein Student erhielt hier sehr viel positives Feedback zu dieser Kompetenzbeschreibung. Er selbst hat dieses Verhalten bei sich gar nicht so stark ausgeprägt gesehen,  letztendlich aber eingesehen, dass diese Beschreibung wohl doch am ehesten zu ihm passt.

In der darauffolgenden Reflexionsphase des Spiels erzählte dieser Student, dass ihm erst zum Schluss klar wurde, dass alle Kommilitonen am Tisch gleiche oder sehr ähnliche Karten auf der Hand hatten und damit für einen zukünftigen Arbeitgeber schwer zu unterscheiden wären. Das aber diese eine Kompetenzzuschreibung, die er auf der Hand hatte, gar kein „Schwarzer Peter“ war, sondern das Blatt, welches ihn aus der Gruppe hervortreten lässt und ihn damit zu einem besonderen Bewerber werden lässt. So wurde aus dem vermeintlichen „Schwarzen Peter“ eine „Goldcard“ für diesen Studenten.

 

Ein Beitrag von KODE® Spiel Mitentwicklerin Frau Dr. Ines Tetzlaff.

 

 

Erfahren Sie mehr!

Das KODE® Spiel verbindet das wissenschaftlich
fundierte Analyseverfahren KODE® mit spielerischer Leichtigkeit.
Ob in der Beratung von Teams oder von Einzelpersonen gelingt
mit dem KODE® Spiel ein spielerischer Einstieg
in das Denken in Kompetenzen, Stärken und Potenzialen.
Neue Perspektiven werden eingenommen,
neue Handlungsmöglichkeiten erarbeitet.

KODE®W – Werte wissenschaftlich fundiert erfassen

KODE®W

Werte wissenschaftlich
fundiert erfassen

Alle Organisationen stehen vor gewaltigen Herausforderungen, die mit den bisherigen Methoden nicht mehr zu bewältigen sind. Wie findet eine Organisation eine sinnerfüllte Zielsetzung, die ihren Erfolg in der Zukunft sichert, ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigert und gleichzeitig den zunehmenden gesellschaftlichen Anforderungen an Nachhaltigkeit sowie sozialer und kultureller Verantwortung zukunftsweisend gerecht wird? Wie können Organisationen als Ganzes eine zukunftstaugliche Qualität „kollaborativer Intelligenz“ aufbauen und es ihren Mitarbeitern gleichzeitig ermöglichen, ihre für die Zukunft erforderlichen Werte und Kompetenzen selbstorganisiert im Prozess der Arbeit und im Netz zu entwickeln?

Die Bedeutung von Werten

Werte machen als Ordner selbstorganisiertes Handeln erst möglich. Deshalb kommt den Werten und dem Wertemanagement eine immer größere Bedeutung zu. Gemeinsame Werte und deren unternehmensweite Verinnerlichung verschaffen Unternehmen nach innen und außen einen Wettbewerbsvorteil und sichern das Überleben.

Eine selbstorganisierte, zielorientierte Werteentwicklung setzt zwingend voraus, dass die beteiligten Persönlichkeiten ihre Werte und deren jeweiligen Ausprägungen kennen.

Werte sind nicht etwas bloß Vages oder Erahntes, sondern können in verschiedenen Formen, mit vielfältigen Methoden und guter Genauigkeit erfasst werden (vgl. Erpenbeck & Sauter (2018), S. 21 ff.). Werteerfassungen erweitern die Möglichkeiten, über individuelle Werte nachzudenken und zu sprechen. Auf dieser Grundlage lassen sich individuelle Werteziele formulieren und damit gezielt personalisierte Werteentwicklungsprozesse in einer angestrebten Richtung gestalten.

 

Wertekleeblatt,  Iwin, A. A.

KODE®W ist die Grundlage für ein systematisches Wertemanagement

KODE®W ist ein Verfahren, um Werte auf individueller, Team und Organisationsebene transparent zu machen und mit dem Ziel zu vergleichen, Transparenz der Werte auf allen Ebenen zu ermöglichen. Es bildet die Grundlage für ein systematisches Wertemanagement und bietet den Mitarbeitern, Teams und Organisationen direkt umsetzbare Interpretations- und Entwicklungsangebote.

KODE®W

  • ermöglicht die Bewertung von Werten auf allen Ebenen
  • schafft die transparente Grundlage, gemeinsam über Werte zu reflektieren
  • bildet die Basis für Werteziele auf individueller, teambezogener und organisationaler Ebene
  • ermöglicht eine gezielte, personalisierte Werteentwicklung
  • schafft die Basis für ein organisationsweites Wertemanagement auf allen Ebenen
  • macht deutlich, welche Werte für die Kompetenzentwicklung vor allem als Ordner des Handelns dienen (Werte-Kompetenz-Brücke).

 

Merkmale des Verfahrens

KODE®W wurde von Prof. Dr. John Erpenbeck auf Basis der über zehnjährigen Erfahrung mit dem Wertemess-System WERDE sowie auf Grundlage der Items des hoch validierten Klages-Gensicke-Survey ( Shell-Jugendstudien) sowie der 16 Reiß-Motive, in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Werner Sauter und Roman Sauter entwickelt. Beispielsweise durchstreift KODE®W eine Vielzahl von alltäglichen Wertesituationen, erfragt vielerlei Wertehaltungen und umreißt 16 Gebiete menschlicher Wertungen, die für uns besonders wichtig sind. Die Ausprägungen dieser Werte werden transparent.

KODE®W wird durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Die Fragebögen messen jeweils die 16 relevanten Wertedomänen, die sich aus der Werteforschung ergeben.
  • Die Werte werden auf der Ebene der Individuen, der Teams und der Organisation gemessen.
  • Bewertung der einzelnen Domänen durch einen Schieberegler. Der Bewertungsbereich reicht von „trifft nicht zu“ bis „trifft besonders stark zu“.
  • Bewertungsmethode des Ratings, das sich in der Praxis bewährt hat. Die Methode des Rankings hat sich in der Wertemessung dagegen nicht bewährt.
  • Durch die gleiche Struktur der Fragebögen auf allen Ebenen können vielfältige Vergleiche zwischen individuellen, teambezogenen und organisationalen Werten sowie Ist-, Wunsch- und Sollwerten erfolgen.
  • Auf der Organisations- und Teamebene wird ein direkter Vergleich von Soll-Werten mit den Werten, die von den Mitarbeitern der Organisation oder dem Team tatsächlich zugeschrieben wurden, sowie den Werten, die sie sich dafür wünschen, möglich.

 

Wertekleeblatt,  Iwin, A. A.

Werteerfassung mit KODE®W

Um Wertungen qualitativ oder sogar quantitativ einzuschätzen hat sich die Methode bewährt, Wertefragen nach Tatsachen, Personen oder Prozessen in einem Fragebogen zusammen zu stellen und skaliert  zu beurteilen.

Wir orientieren uns bei KODE®W an Erfahrungen mit vergleichbaren Messverfahren. Aufgrund praktischer Erfahrungen in der Feldforschung haben sich für diesen Messbereich 5-stufige Skalen am besten bewährt. Allen messtheoretischen Einwänden zum Trotz sind Ratingskalen die am meisten eingesetzten Instrumente in der Psychologie und in den Sozialwissenschaften.

KODE®W weist folgende Merkmale auf:

  • Er ist leicht und schnell ausfüllbar (< 15 min.)
  • Intuitive Bearbeitung der 16 Domänenwertungen, die dadurch erreicht wird, dass zu jeder Domäne vier empirisch ermittelte Teilfragen unterlegt werden, die en bloc und nicht als Einzelfragen in die Wertungen einfließen. Diese Teilfragen können in einem gemeinsamen Workshop organisationsspezifisch angepasst werden, so dass sich die Mitarbeiter in den Formulierungen wiederfinden.
  • Klare gedankliche Verbindungen zu den Items des hoch validierten Klages-Gensicke-Survey der Shell-Jugendstudien sowie zu den bekannten 16 Reiß-Motiven, ohne unmittelbare Verbindungen herzustellen.
  • Direkter Vergleich der in Leitbildern oder in Team-Sollwerten dargelegten Wertevorstellungen, der von den Mitarbeitern dem Unternehmen oder Team tatsächlich zugeschriebenen und den von ihnen erwünschten Werteeinstellungen, sowie den persönlichen Werten jedes einzelnen Mitarbeiters. Durch die gleiche Struktur der Fragebögen wird ein unmittelbarer Vergleich Unternehmenswerte – Teamwerte – persönliche Werte möglich.

Software-basierte Auswertung

Die Software erstellt auf dieser Basis eine detaillierte Auswertung mit einer Interpretation der Ergebnisse und individuellen Handlungsempfehlungen. In Abhängigkeit vom Umfang der Messungen können auch vielfältige Vergleiche der Messergebnisse entwickelt werden.

Diese Analyse kann durch weitere Überlegungen erweitert werden:

  • Welche der nicht so hoch beurteilten Werte könnten durch den Mitarbeiter oder das Team verstärkt werden, um die angestrebten Kompetenzen zu stärken?
  • Welche weiteren Werte könnten dabei zusätzlich unterstützend wirken?
  • Welche Herausforderungen in der Praxis sind geeignet, diese Werteentwicklung zu ermöglichen?
  • Welche Werteziele sollen dabei verfolgt werden?
  • Wie sieht die konkrete Planung für die personalisierte Werteentwicklung bzw. die Werteentwicklung im Team aus?
  • Wie sieht die konkrete Planung für die Werte- bzw. Kulturentwicklung auf Organisationsebene aus?

Werte und Werteverteilungen lassen sich mit KODE®W zuverlässig und mit wenig Aufwand messen. Damit lässt sich eine Basis für zielorientierte Werteentwicklungen in der Praxis schaffen.

 

 
 

Herr Prof. Dr. Werner Sauter ist wissenschaftlicher Berater und Senior Consultant der KODE GmbH. Er entwickelt mit Organisationen und Bildungsanbieter innovative Lernlösungen mit dem Ziel der selbstorganisierten Werte- und Kompetenzentwicklung auf Basis der Ermöglichungsdidaktik. Er gestaltet und begleitet Kompetenzentwicklungsmaßnahmen für Learning Professionals und Führungskräfte in einem Social Blended Learning Arrangement. Gemeinsam mit Prof. Dr. John Erpenbeck hat er eine Vielzahl von Fachbüchern zur Werte- und Kompetenzentwicklung veröffentlicht. Auf unserem KODE® Blog veröffentlicht er in regelmäßigen Abständen Beiträge zu den Themen Corporate Learning sowie Werte- und Kompetenzentwicklung.

Stephan Coester

Stephan Coester im Interview
zum KODE® Brush Up 2019

KODE® im Gespräch:

Stephan Coester zum
KODE® Brush Up 2019

Stephan Coester, geschäftsführender Gesellschafter der KODE® GmbH, verrät im Interview, welche bahnbrechenden Neuerungen KODE® auf dem diesjährigen Brush Up in Berlin vorstellen wird. Außerdem gibt er erste Einblicke in seinen Workshop zum Position Finder und erklärt, warum sich auch ein Besuch des vorab stattfindenden WeQ Dialogs lohnt.

 

Herr Coester, in diesem Jahr findet der KODE® Brush Up erstmals in Berlin statt. Warum ist die Wahl diesmal auf die Bundeshauptstadt gefallen und warum darf man sich das Event am 17. und 18. Oktober nicht entgehen lassen?

Wir nehmen den KODE® Brush Up 2019 zum Anlass, unseren Beratern, Kunden und Partnern unser brandneues Wertemessverfahren KODE® W zu präsentieren. Mit dem Verfahren sind wir nun in der Lage sowohl Kompetenzen, als auch Werte auf der Organisations-, Team- und Individualebene zu messen. Somit können wir Unternehmen, Institutionen und Organisationen aller Art mit KODE® W das wohl umfassendste und vollständigste System zum Werte- und Kompetenzmanagement bieten.

KODE® war ja schon immer ganz stark bei der Diagnostik und Entwicklung individueller Kompetenzen. Es gibt eine ganze Reihe von Beratern, die KODE® schon in der Vergangenheit eingesetzt haben, um Kompetenzen auch auf der Ebene der Teams zu diagnostizieren und darauf aufbauend Teamkompetenzen zu entwickeln. Auf dem diesjährigen Brush Up werden wir auch für KODE® ein neues Instrument vorstellen, das unseren Beratern diese Arbeit erleichtert. Mit dem neuen Organisationsfragebogen ist KODE® jetzt in der Lage, auch die organisationalen Kompetenzen zu erfassen.

Somit können wir mit KODE® und KODE® W nun alle Instrumente zur Verfügung stellen, die man braucht um eine Unternehmenskultur zu gestalten. Kultur ist ein Wertebegriff. Aber Werte an sich werden ja alleine noch nicht wirksam. Werte werden erst durch das Handeln wirksam. Und das Handeln der Menschen in einer Organisation wird über die Kompetenzen beschrieben.

Somit freue ich mich in diesem Jahr etwas wirklich ganz Neues und Bahnbrechendes präsentieren zu können, das unsere Berater in die Situation versetzt, ganz neue Geschäftsfelder zu erschließen. Diesen bedeutsamen Neuerungen möchten wir mit der Hauptstadt Berlin als Veranstaltungsort für den diesjährigen Brush Up eine angemessene Bühne bieten.

 

 

Der Freitag steht ganz im Zeichen der Experten-Werkstätten. Sie werden den Workshop "Position Finder: Werte- und Kompetenzmanagement" leiten. Warum ist Ihnen das Thema Werte- und Kompetenzmanagement so wichtig?

Ich denke, dass sich alle Fachleute einig sind, dass die Zeit des Wissenswettbewerbs vorbei ist. Wir befinden uns in einer Zeit des Werte- und Kompetenzwettbewerbs. Wenn ich mich in diesem Wettbewerb der Werte und Kompetenzen befinde und mein Unternehmen in diesen Zeiten erfolgreich steuern und führen möchte, dann ist es in erster Linie ganz wichtig festzustellen, wo ich mit meiner Organisation in Bezug auf Werte und Kompetenzen stehe.

Es gibt ganz viele Beratungsansätze, wo die Geschäftsmodelle von Unternehmen genau durchleuchtet werden und man eine genaue Standortanalyse in Bezug auf das Geschäftsmodell eines Unternehmens macht. Was aber viele dieser Modelle absolut vernachlässigen, sind die Menschen in Unternehmen. Dabei ist es hier genauso wichtig eine Standortanalyse zu machen. Genau das wollen wir mit unserem Instrument des Position Finders ermöglichen. Damit kann auf der Werte- und Kompetenzebene genau betrachtet werden, was wirklich wettbewerbsrelevant ist – nämliche Werte und Kompetenzen im Sinne des Werte- und Kompetenzwettbewerbs.

 

Was können die Teilnehmer in Ihrem Workshop lernen und mit nach Hause bzw. an den Arbeitsplatz nehmen?

Die Teilnehmer des Workshops werden genau verstehen, wie man die Position eines Unternehmens in Bezug auf Werte und Kompetenzen präzise bestimmen kann. Und natürlich auch, wie ich das Ganze zum Teil meines Beratungsangebots machen kann, um meine bestehende Beratung zu komplementieren.

Denn es geht ja um die Frage, wie ich in einer Unternehmung und seiner Kultur Werte und Kompetenzen prägen kann. Und wie kann ich davon ausgehend den Werte- und Kompetenzwettbewerb sowie die Unternehmenskultur gestalten? Von daher ist mir das Thema Werte und Kompetenzen gerade in der Kombination der Ist-Erfassung unglaublich wichtig. Denn ohne zu wissen, wo ich herkomme und welche Ziele ich habe, kann ich den Weg in die Zukunft nicht finden. Bei der Bestimmung der Ausgangssituation hilft unser Position Finder. Er beantwortet die elementare Frage, wo ich mit meiner Organisation in Bezug auf Werte und in Bezug auf Kompetenzen stehe.

 

 

Vor dem KODE® Brush Up findet am Donnerstag tagsüber im Allianz Forum am Pariser Platz erstmals der WeQ Dialog statt. Welche Themen werden dort in den Mittelpunkt gestellt und welchen Anteil hat KODE® als Gründungsmitglied der WeQ Alliance an dieser Veranstaltung?

Bei dem WeQ Dialog wollen wir mit Unternehmern und Unternehmensvertretern darüber diskutieren, wie WeQ in Unternehmen geht. Was heißt es ein WeQ-Unternehmen zu sein und wie kommt man dorthin? Werte und Kompetenzen haben einen ganz wesentlichen Anteil an der Neuausrichtung von Unternehmen, die weg von der Wettbewerbsökonomie hin zu einer partnerschaftlichen Ökonomie, also von der Economy (Ich-Bezogenheit) hin zu einer zukunftsfähigen Weconomy (Wir-Bezogenheit), wollen.

Eine solche Neuausrichtung spiegelt ebenfalls die Kultur eines Unternehmens wider. Warum machen wir Dinge, wie machen wir Dinge? Wie gestalten wir unsere partnerschaftliche Zusammenarbeit in der Region, in unserer Branche? Wie stellen wir Nachhaltigkeit sicher? Genau diese Fragen wollen wir beim WeQ Dialog mit den führenden Köpfen von Unternehmen diskutieren.

Und welche Rolle spielt KODE® dabei? Ich persönlich bin der Überzeugung, dass es eine neue Art des Wirtschaftens braucht. Eine Ökonomie die einfach nachhaltiger ist und eine gesellschaftliche Orientierung besitzt. Und in der die Unternehmen einen starken gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Indem wir Unternehmen dazu befähigen diesen Weg zu beschreiten und sie auf dem Weg begleiten, wollen wir von KODE® unseren Beitrag bei der Transformation von einer Economy hin zu einer Weconomy leisten. Deshalb sind wir Mitgründer der WeQ Alliance. Beim WeQ Dialog werden wir unser Know-how und unsere Erfahrungen einbringen. Da geht es neben Werten und Kompetenzen auch um das Thema Corporate Learning. Also wie werden Organisationen sowie Menschen in Organisationen in der Zukunft lernen.

 

Zum Abschluss möchte ich Sie um die Vervollständigung des folgenden Satzes bitten: Der KODE® Brush Up ist für mich …?

… das wichtigste Event des Jahres, weil sich dort die aktivsten Vertreter der KODE®-Community treffen um sich auf einem fachlich hohen Niveau über das Thema Werte- und Kompetenzmanagement auszutauschen.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Dieses Interview führte Matthias Koprek für KODE®.