Kompetenzen erschließen
die Zukunft!

Kompetenzen sind Handlungsvoraussetzungen, also grundlegende Fähigkeiten, sich in neuen, offenen, unüberschaubaren, dynamischen Situationen zurecht zu finden und aktiv zu handeln.

(Prof. Dr. Volker Heyse, Prof. Dr. John Erpenbeck)

Kompetenzbegriff

Warum wird der Schwerpunkt auf Kompetenzen gelegt? Was ist das Neue daran?

Kompetenzen werden von Wissen fundiert, durch Werte konstituiert, als Fähigkeiten disponiert, durch Erfahrungen konsolidiert, aufgrund von Willen realisiert.“

Prof. Dr. John Erpenbeck

Kompetenzen sind Fähigkeiten zur Selbstorganisation. Sie schließen Wissen, Qualifikationen, Werte und Normen ein und versetzen sie in ein verfügbares Setting. Kompetenzen sind besonders wichtig in offenen Problem- und Entscheidungssituationen, in komplexen Systemen."

Prof. Dr. Volker Heyse

Es ist nicht genug, zu wissen, man muß auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muß auch tun."

Johann Wolfgang von Goethe: Wilhelm Meisters Wanderjahre

Je komplexer und dynamischer Markt, Wirtschaft und Politik werden, desto unsicherer sind alle Voraussagen. Die Menschen müssen mehr und mehr mit Ungewißheit entscheiden, ihr Handeln wie auch das von Gruppen, Teams, Organisationen selbst organisieren. Dazu benötigen sie zunehmend besondere Fähigkeiten: Selbstorganisations-Fähigkeiten. Kompetenzen sind die komplexen, zum Teil verdeckten Potenziale - und somit das Können und Könnte. Sie umschließen die komplexen Erfahrungen, das Wissen und die Fähigkeit, Werte und Ideale einer Person oder von Gruppen. Wer sie erkennen, erweitern und mit anderen kombinieren kann, hat die Zukunft auf seiner Seite. Kompetenzen erschließen die Zukunft.

Kompetenzen schließen Fertigkeiten, Wissen und Qualifikationen ein, lassen sich aber darauf nicht reduzieren:

  • Kompetenzen sind durch geeignete Aneignungsformen erlernbar/erweiterbar
  • Kompetenzen lassen sich für die Organisation, Teams/Gruppen und Individuen definieren
  • Kompetenzen sind kontextualisiert
  • Kompetenzen sind nicht fixierbar, sie können sich auch wieder abbauen.

Begriffsgeschichte

Kompetenz im Römischen Reich als:

  • zuständig
  • befugt
  • rechtmäßig
  • ordentlich
  • beneficium competentiae - Sicherung des Lebensunterhalts

Seit dem 13. Jahrhundert:

  • Notwendiger Lebensunterhalt, insbesondere Notbedarf der Kleriker

Verwaltungsrecht (seit 19. Jahrhundert):

  • Bindung einer Behörde an ihre Funktion
  • Befugnis, Rechtmäßigkeit von Organen, Institutionen, Personen

Motivations-Psychologie (R. W. White 1959):

Grundlegende Fähigkeit (weder genetisch angeboren noch biologisches Reifungsprodukt), die vom Individuum selbst hervorgebracht wurde, intrinsisch, in selbst motivierter Interaktion mit der Umwelt herausgebildet.

Chomsky (1960):

Fähigkeit von Sprechern und Hörern, mit Hilfe eines begrenzten Inventars von Kombinationsregeln und Grundelementen potenziell unendlich viele (insbesondere auch neue, noch nie gehörte) Sätze selbst bilden und verstehen zu können.

David McClelland (1970er Jahre):

begründete in den siebziger Jahren den „competency approach“ der Motivationspsychologie in den USA und entwickelte das erste grundlegende Kompetenzmessverfahren

Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG (Editon 2002):

Bezeichnung für die Fähigkeit einer Person, Anforderungen in einem bestimmten Bereich gewachsen zu sein. So meint z. B. kognitive Kompetenz die Fähigkeit zur Bewältigung intellektueller Aufgaben, soziale Kompetenz die Fähigkeit, sozialen Anforderungen zu genügen oder mit anderen Menschen zu kommunizieren.

Modellvorstellung

Kompetenzen sind Fähigkeiten zur Selbstorganisation, sind Selbstorganisationsdispositionen.

Selbstorganisiert wird das Handeln in offenen Problem- und Entscheidungssituationen, in komplexen, oft chaotischen Systemen, bezeichnet. Kompetenzen sind unerläßlich für das Handeln in der Risikogesellschaft.

Das Individuum handelt selbstorganisiert

  • reflexiv in Bezug auf seine eigene Person
  • mehr oder weniger aktiv
  • fachlich-methodisch in Bezug auf Sachverhalte
  • sozial und kommunikativ in Bezug auf andere Menschen

Was ist Selbstorganisation?

Komplexe Systeme - fernab von einem Gleichgewicht - erzeugen nicht-voraussagbare innere Systemzustände und verhalten sich nicht-voraussagbar schöpferisch ("nicht linear").

Beispielsweise bilden sich in der Natur Eisblumen, Blitze oder auch Nordlichter schöpferisch nach einem nicht vorhersehbaren Muster durch Übergänge von einem Systemzustand in einen anderen.

Übertragen auf Organisationen bedeutet dies, dass komplexe, räumlich und/oder zeitlich geordnete Strukturen als Ergebnis entstehen.

Selbstorganisation und selbstorganisiertes Verhalten sind reale, beobachtbare Phänomene - und viel häufiger als deterministische Vorgänge.

Unternehmen, die nicht nur heute, sondern auch zukünftig erfolgreich sein wollen, müssen diesen dynamischen Wandel erfolgreich bestehen.

Metakompetenzen

Eine Metakompetenz ist sozusagen das Generallevel, auf dem die Einzelkompetenzen verknüpft werden. Anders bezeichnet: "Kompetenzen über Kompetenzen" oder "Kompetenzen höherer Ordnung". Als metakompetente Personen werden in der Literatur häufig Leonardo da Vinci oder Johann Wolfgang von Goethe genannt, sofern unter Metakompetenz die Eigenschaft "universelle Problemlösungskompetenz" verstanden wird.

Metakompetenzen sind eine Kombination aus Einzelkompetenzen, die in einer Verteilung von personalen (P), sozialen (S), Aktivitäts- und fachlichen (A, F) Kompetenzen vorliegen

Allerdings genügt eine alleinige Betrachtung der Kompetenzverteilung nicht, da die Kompetenzen (P,A,F,S) bei einer angelernten Person und einem Universitätsprofessor ähnlich verteilt sein können.

Wird unter Metakompetenz die Entwicklung von Kompetenzen verstanden, dann ist die Relevanz für Unternehmen/Organisationen in Bezug auf Teams oder Personen sofort erkennbar.

An dieser Stelle unterstützt die Kompetenzmanagement-Software Competenzia im Rahmen der Kompetenzmessung sowie der kontinuierlichen Kompetenzentwicklung.

Kompetenzmessung

Im Allgemeinen wird unter Messung  die Ermittlung von Zahlenwerten über ein- oder mehrdimensionale Größen verstanden. Je nachdem, wie eine Arithmetisierung möglich ist, werden Ordinal-, Intervall-, Nominal- oder Kardinalskalen verwendet.

Im Allgemeinen wird unter Messung  die Ermittlung von Zahlenwerten über ein- oder mehrdimensionale Größen verstanden. Je nachdem, wie eine Arithmetisierung möglich ist, werden Ordinal-, Intervall-, Nominal- oder Kardinalskalen verwendet.In der Regel werden im Rahmen der Kompetenzmessung Eigenschaften oder Handlungsfähigkeiten gemessen, die erst durch eine Übersetzung/Transformation einen Rückschluss auf Kompetenzen zulassen.

Problematisch ist die Kompetenzmessung jedoch insofern, als dass sich Kompetenzen schwer objektiv messbar machen lassen, da es sich um human- und sozialwissenschaftliche Variablen und nicht um naturwissenschaftliche Größen handelt.

Aus diesen Gründen muss der Begriff der Kompetenzmessung weiter gefasst werden.

Folgende Verfahren kommen zum Einsatz:

  1. quantitative Messung (z. B. Kompetenztests)
  2. qualitative Messung (z. B. Kompetenzpass)
  3. komparative Beschreibung (z. B. Kompentenzbilanzen)
  4. simulative Abbildung (z. B. 3D-Simulatoren)
  5. observative Erfassung (z. B. Arbeitsprobe) 

Im Falle, dass Beobachter oder Simulationen eingesetzt werden, ist zu berücksichtigen, dass einerseits die Rahmenbedingungen objektiv sind und andererseits eine objektive Beurteilung ermöglicht wird.

Grundkompetenzen

KODE® ist ein objektivierendes Einschätzungsverfahren für den Vergleich von Kompetenzausprägungen; die Einschätzungsergebnisse werden quantifiziert und ggf. in zeitlicher Entwicklung und unter günstigen und ungünstigen Situationen verglichen. Basis bilden dabei die vier Grundkompetenzen, die in der nachstehenden Grafik näher beschrieben werden:

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